Sind Sie wieder mit dem Rad da?

war die, uns verblüffende Frage, bei unserem diesjährig Besuch des Konzertes der Berliner Philharmoniker auf der Waldbühne in Berlin.

Vor Beginn des Konzertes hatte wir noch die Gelegenheit ein wenig über das Konzertgelände zu flanieren. Bei einem Blick über die Zuschauerränge dachte ich mir, den Hinterkopf kennst du doch. Du spinnt war die entsprechende Antwort. Kurz gewunken und die besagte Person kam mit seiner Ehefrau auf uns zu um uns zu begrüßen.

Sind sie wieder mit dem Rad da? war nun die Frage , die mir von der Ehefrau gestellt wurde, diesmal leider nicht war die Antwort.

Kennengelernt hatten Wir uns vor Jahren in Mainz, und treffen uns nun in Berlin wieder. Welch sonderliche Zufälle es doch immer wieder gibt. Wir haben den herrlichen Konzertabend und das unerwartete Wiedersehen sehr genossen.

Botanik

Endlich habe ich wieder einmal die Gelegenheit eine Radrunde in die nähere Umgebung zu unternehmen. Da ich gern fern ab der viel befahrenen Straßen unterwegs bin sehen viele meiner Weg so oder so ähnlich aus

Ein Stück weit fahre ich entlang der Wohra über Rauschenberg in Richtung Kirchhain. Dort angekommen streife ich durch einige Straßen der Stadt. Das ein oder andere gibt es in den Hinterhöfen zu entdecken.

Teile der noch sehr gut erhalten Kirchhainer Stadtbefestigung. Der sogenannte Hexenturm ist der einzig verbliebene von ehemals 26 Wehrtürmen . Die Ursprünge der Befestigung liegen wohl vor 1370.

Nach einer kurzen Verschnaufpause mache ich mich wieder auf den Weg zu meinem heutigen Tagesziel.

Mein Weg führt mich nun über Bauerbach auf die Marburger Lahnberge, dort möchte ich dem Botanischen Garten einen Besuch abstatten.

Prächtige exotische Pflanzen die in den nach Kontinenten aufgeteilten Gewächshäusern zu sehen sind.

Der Botanische Garten hat zu jeder Jahreszeit seine ganz besonderen Reize. ich bin sehr gern und oft hier. Nach einer ausgiebigen Runde mache ich mich auf den Rückweg.

Bei den Betzeln

Eine kleine Schwalmrunde

Das Rathaus in Treysa,

Schick

Hexenturm und Totenkirche.

Von der Vierbogigen Schwalmbrücke aus dem Jahr 1701 ist leider nur noch das Relief, das sich in der Mitte der Brücke befand,erhalten geblieben.

Am großen Wallgraben der ehemaligen Wasserfestung, die zu den größten in Hessen gehört.

Paradeplatz mit der Stadtkirche.

Am Klauseborn bei Momberg mache ich eine kurze Rast bevor es über Mengsberg zurück nach Hause geht..

An der Packeisgrenze

Hoch im Norden, hinter den Deichen bin ich geboren
Immer nur Wasser, ganz viele Fische
Mövengeschrei und Meeresrauschen in meinen Ohren
Und mein Vater war Schipper und fluchte wenn Sturm war
Denn dann konnt‘ er nicht raus auf See
Und dann ging er zu Herrn Hansen
Der der Chef vom Leuchtturm war
Und der sagte: „Keine Panik auf der Titanic
Jetzt trinken wir erst mal einen Rum mit Tee“

„Udo Lindenberg“

18.06.2023-26.06.2023

Wenn Du in Welt angekommen bist, wo willst du dann noch hin radeln? Alles gesehen, alles erlebt, Sinnkriese? Weit gefehlt! Hier in Welt, mit seinen gerade einmal 187 Einwohnern, gibt es die beste Torte der Welt. Glaubt Ihr nicht? Hinfahren und ausprobieren.

Hier im Café der alten Meierei muss man schon ein wenig Glück haben, um einen der begehrten Strandkörbe auf der Terrasse zu ergattern.

Die Kirche St. Peter in SPO, wo der Einheimische sagt, es sei auch die größte Sandkiste Deutschlands.

Das kleine aber feine Museum von St. Peter-Ording.

Viele Wege die mit dem Rad nun erkundet werden.

Die Halbinsel Eiderstedt ist durch die Landgewinnung ab den 12 Jahrhundert entstanden.

Tönning mit seiner Hafenpromenade.

Hafenimpressionen mit der Darwartzer Schiffslipanlage. Heute kann man hier gemütlich in seinem Strandkorb sitzen und dem Treiben im Hafen zuschauen.

Die Weite des Nordens ist immer wieder faszinierend.

Allein unter Schafen, aber das nächste Ziel schon unter den Rädern.

Der Leuchtturm Westerheversand grüßt schon aus der Ferne. Er wurde 1906 auf einer aufgeschütteten und mit Eichenpfählen befestigten Warft gebaut. Sein Leuchtfeuer soll noch auf der Insel Helgoland zu sehen sein.

Friedrichstadt, das auch als Klein-Amsterdam an der Schleswig-Holsteinischen Nordseeküste bekannt ist. Mit seinen Grachten und schmucken Häuserzeilen lädt zum bummeln ein.

Es sieht schon sehr holländisch aus, schließlich wurde es ja auch von Holländern gegründet.

Typische Marschlandschaften mit kleinen Häfen.

Herrenhaus Hoyerswort, in der Marschlandschaft Eiderstedts gelegen und seinerzeit auf einer Warft entstanden, wurde um 1550 gebaut. Gleich daneben befindet sich der historische Haubarg. In diesen, für die Halbinsel Eiderstedt typischen reetgedeckten Häusern, lebten Mensch und Tier unter einem Dach.

Das Herrenhaus in einem kleinen Park gelegen. Rechts ist der Haubarg zu erkennen.

Allerlei historisches Werkzeug.

Heute mache ich einen Ausflug zur Eidermündung. Das Eider-Sperrwerk, nach der großen Sturmflut von 1962 entstanden, ist eines der größten Küstenschutzbauwerke in Europa.

Das Sperrwerk besteht aus 5 Toren, von denen jedes 40 Meter breit ist. Das ganze ist schon sehr imposant anzusehen.

Typisch für St. Peter- Ording und einzigartig an der deutschen Küste sind die Pfahlbauten am Meer. Es gibt sie schon seit mehr als 100 Jahren.

Sie halten auch alles für den kleine und großen Hunger bereit.

Zum Sonnenuntergang geht es allabendlich an die Promenade…….

Deutschland im Herbst 2013

von Flensburg nach Füssen

Unterwegs mit Freunden

Ein ganz besonderes Geschenk: Tagelang Strampeln und Plaudern mit Freunden.
Jürgen Nebes Geburtstagstour: 1.400 Kilometer mit dem Rad durch Deutschland

Ob Quad fahren, Segelturn, Fallschirmsprung oder Baggerfahrt: mit außergewöhnlichen Ereignissen das Geburtstagskind zu beglücken ist ebenso angesagt wie eine besondere Feier – neuhochdeutsch Event genannt –an einem außergewöhnlichen Ort auf die Beine zu stellen. Gerade die runden Geburtstage sind es, die in besonderer in Erinnerung bleiben sollen. Der 50. von Jürgen Nebe und auch die Monate danach werden es.

Er hat sich zu seinem 50. Geburtstag im Dezember 2012 eine Tour durch Deutschland mit seinen Freunden gewünscht, zu der er jetzt aufgebrochen ist. Bei der Radtour können Freunde zu-, auf und aussteigen, wann immer sie wollen.

Insgesamt 14 Freunde haben sich bislang angesagt, Jürgen Nebe ein Stück mit dem Rad zu
begleiten. Und wem das Strampeln zu anstrengend ist, der kann einfach an einem Etappenort dazukommen, um ein paar unterhaltsame Stunden mit den Hobbyradler zu
verbringen. „Ich bin schon aufgeregt“, gibt der 50Jährige zu, bevor es am gestrigen Dienstag mit der Bahn gen Norden ging. Aufgeregt, ob er das sportliche Ziel – 1.400 Kilometer an 18 Tagen –überhaupt schafft. Gespannt, was alles passieren und wer noch alles dazukommen wird. Und dass ihm ein paar Unwägbarkeiten bevorstehen, ein paar Hindernisse aus dem Weg zu räumen sind, erfuhr er schon wenige Stunden nachdem er sich am Marburger Hauptbahnhof verabschiedet hat. In Hamburg fiel ein Zug aus, Flexibilität und Umbuchen waren angesagt. „Wir haben den Startort der Tour aber wie geplant spätnachmittags erreicht“, berichtet er abends vom Hotelzimmer aus, „trockenen Fußes“, wie er ergänzt, während es inzwischen draußen „in Strömen regnet“. Wir, das sind seine Schwester und sein Schwager, die ihn während der ersten 80 Kilometer am 18. September begleiten werden.


Auszug aus der Online-Berichterstattung von mrlife

Passt

Prolog. Anreise: 17.09.2013

Das Abenteuer kann beginnen. Ein wenig aufgeregt bin ich schon, als ich mich am frühen Morgen am Bahnhof verabschiede. Auf der Marburg-Hamburg-Flensburg Linie geht es mit der Bahn meinem Startort ganz im Norden Deutschlands entgegen, leider gibt es in Hamburg einen Zugausfall und ich muss auf einen anderen ausweichen.

Gleich geht es über die Rendsburger Hochbrücke, die den Nord-Ostsee-Kanal überspannt. Oben fährt die Bahn, unten eine Schwebefähre für PKW, -Radler und Fußgänger. Das ist schon ein interessantes Bauwerk.

Flensburg erwartet mich mit strömenden Regen. Da noch zwei Mitreisende, die mich an den ersten Tagen begleiten, mit einem anderen Zug kommen, warte ich solange in der Eingangshalle des Bahnhofs. Als sie eintreffen, hat es immer noch nicht aufgehört zu regnen. Nach etlicher Zeit nutzen wir eine Regenpause, um zu unserer Unterkunft zu gelangen. Der Fahrradkeller steht bereits unter Wasser und wir haben Mühe das Gebäude trockenen Fußes zu erreichen. Zur Belohnung gibt es für jeden von uns eine Flasche Bier der örtlichen Brauerei. In diesem schmucken Hostel wird heute übernachtet, die Duschanlage teilt man sich mit den Personen des gegenüberliegenden Zimmers. Endlich hat es auch aufgehört zu regnen und wir besuchen den DOM(Stadtkirmes), der ganz in der Nähe ist, um uns zu stärken.

1.Etappe: 18.09.2013 Flensburg-Owschlag

Der Himmel ist wolkenverhangen, aber es regnet nicht. Noch gestern Abend haben wir beisammen gesessen und überlegt, wie es wohl wäre, die nächsten Tage in Regenkleidung zu verbringen. Es geht los, das Gepäck ist verstaut und wir suchen uns den Weg die Stadt hinaus. Bald haben wir den Stadtrand erreicht und suchen nun den Einstieg in den „Ochsenweg“, dem wir bis Wedel folgen wollen.

An der Idstedter Räuberhöhle, einem der wenigen noch erhaltenen Ganggräber in Schleswig-Holstein, legen wie eine kleine Pause ein. Die Grabanlage soll zwischen 3500-2800 vor Christus entstanden sein.

Um die Mittagszeit erreichen wir die alte Wikingerstadt Schleswig. Am Kornmarkt stärken wir uns ausgiebig.

Ein Besuch des „Holm“, dem historischen Stadtkern, wurde uns empfohlen. Er ist wunderschön herausgeputzt und sehenswert. Wir drehen eine Runde durch die engen Gassen.

Es wird eng, die Packtasche muss ab, sonst komme ich hier nicht durch.

Die Schlei vom Holm aus gesehen.

Symbol des Ochsenweges sind die beiden gekreuzten Hörner. Man merkt, dass wir im hohen Norden sind, denn auch die nordischen Götter sind vertreten.

Für einen kurzen Besuch am Wikingermuseum Haithabu nehmen wir uns noch Zeit, leider müssten wir für die nächste Führung zu lange warten. Also machen wir uns wieder auf den Weg in Richtung Dannevirke dem größten archäologischen Bodendenkmal in Nordeuropa und seit 2018 UNESCO Welterbe.

Als wir an unserem heutigen Tagesziel ankommen, sind dort alle Türen verschlossen. Nach kurzer telefonscher Besprechung mit dem Vermieter halten wir den Schlüssen in der Hand und können unsere Zimmer beziehen. Wir sind die einzigen Übernachtungsgäste in der Biker Herberge. Getränke stehen in ausreichender Menge zur Verfügung, abgerechnet wird auf treu und glauben.

Zum Frühstück erhalten wir eine kostenlose Führung durch das gesamte Areal. Die Herberge ist nahezu an jedem Wochenende ein Hotspot für Motorradgruppen die zum Teil aus Dänemark anreisen.

2.Etappe: 19.09.2013 Owschlag-Peissen

Ohne Sorgen geht es bei fast wolkenlosen blauem Himmel entlang der Sorge, bevor wir bei Fockbek wieder auf den Ochsenweg stoßen.

Fragen über Fragen, Schwebefähre oder Tunnel. Der Nord-Ost Kanal muss schließlich in irgendeiner Form überwunden werden.

Die Entscheidung ist uns leicht gefallen. Über den Fußgängertunnel unterqueren wir den Nord-Ostsee Kanal, der 27 Meter unter der Wasseroberfläche liegt. Die Rolltreppen waren zur Zeit der Erbauung des Tunnels die längsten in Europa. Man kann jedoch auch mit einem Aufzug hinab, sowie hinauf fahren. Leider ist heute einer der Aufzüge defekt und es steht nur die Rolltreppe zur Verfügung. Unten steht Servicepersonal hilfreich zur Seite, da mit dem Gepäck die Fahrt auf der Rolltreppe schon ein wenig riskant ist.

Unser Frühstücksplatz weckt heimische Gefühle

Viel Platz für die Räder haben wir im Saal, der für die festlichen Veranstaltungen der Dorfes angedacht ist. Lediglich die Toilette ist nur rückwärts zu betreten und mit einem leichten Vorhang versehen.

Es ist noch einmal gut gegangen, unsere Wirtin ist der Meinung wir sollen doch bitte bei Ihr in der Wohnung das Frühstück zu uns nehmen. Gesagt getan, wir genießen das reichhaltige Frühstück und die treffliche Unterhaltung am Tisch.

3.Etappe: 20.09.2013 Peissen-Heist

Der Himmel ist wolkenverhangen als wir, frisch gestärkt, Peissen verlassen. So radeln wir durch nebelumschlungene Landschaften nach Itzehoe

Da es anfängt ein wenig zu regnen, wird die Regenausrüstung angelegt. Als wir fertig sind, hörte es ,Ihr ahnt es schon, natürlich auf zu regnen.

Bei Uetersen drehen wir einige Ehrenrunden, weil Jeder von uns es besser wusste, wo es eigentlich lang geht. Den richtigen Weg haben wir erst gefunden, nachdem wir einen anderen Radler gefragt haben.

4.Etappe: 21.09.2013 Heist-Buchholz

Es heißt Abschiednehmen in Heist, meine beiden Mitradler verabschieden sie von mir. Das nächste Zwischenziel des heutigen Tages ist leider nicht auf der geplanten Route zu erreichen, aber die Umleitung ist ja sehr gut ausgeschildert.

Zwischenzeitlich habe ich die Elbe erreicht. In der Ferne sind schon die Verladekräne des Hafens zu erkennen. Vorbei an Wedel und Blankenese mache ich einen nächsten kleinen Stopp an den Landungsbrücken, Hamburgs Wasserbahnhof.

Die freie und Hansestadt Hamburg. Bis hierher wollte ich auf meiner Reise unbedingt kommen.

Hier in der Speicherstadt gibt viele reizvolle Ausblicke auf den riesigen historischen Lagerhauskomplex. Er ist der Weltgrößte seiner Art.

Für das Rathaus, ein prächtiger Bau aus dem Jahr 1880, habe ich natürlich auch ein wenig Zeit eingeplant.

Die Elbphilharmonie ist noch von Baukränen umgeben. Ich fahre so weit wie möglich an die Baustelle heran, um mir das imposante Gebäude aus der Nähe anzusehen.

An der alten Harburger Elbbrücke, die in 1899 gebaut wurde und die Stadtteile Harburg und Wilhelmsburg verbindet, ist es dann passiert: der erste Plattfuß hat mich ereilt.

5.Etappe: 22.09.2013 Buchholz- Bad Fallingbostel

Übernachtung in Buchholz in der Nordheide. Heute geht es über Schneverdingen und Soltau noch Bad Fallingbostel.

Hier in der Heide radle ich eine ganze Zeit ohne auch nur einer Menschenseele zu begegnen, die Wege sind oft nicht mehr wie eine schmale Spuren im Sand.

Der Wilseder Berg ist immerhin 169 Meter hoch und damit die höchste Erhebung der Norddeutschen Tiefebene.

An der Spengler Mühle mache ich eine kurze Pausen, um mir die Holländermühle, die heute ein Museum ist, etwas genauer anzuschauen.

6.Etappe: 23.09.2013 Bad Fallingbostel-Hannover

Das Frühstück in der Jugendherberge Bad-Fallingbostel wird exklusiv für mich zubereitet. Als ich gestern Abend dort angekommen bin, stehe ich vor verschlossenen Türen. Scheinbar bin ich nicht angemeldet. Nach längerem Warten kommt jedoch der Herbergsbetreiber und gewährt mir Einlass. Heute ist Ruhetag und ich habe die ganze Herberge für mich.

Die Aller

Ich habe unerwartete Begleitung gefunden: für einige Kilometer schließt sich mir ein Berufsschullehrer an, der eine Klassenfahrt auf dem Rad vorbereitet. So kann ich ein wenig seinen Windschatten nutzen, somit hat die Fahrt nicht nur unterhaltsamen Wert.

Unterquerung des Mittellandkanal bei Garbsen. Fast unbemerkt bin ich unter dem Mittellandkanal durchgefahren.

Nun ist es nicht mehr weit und mein heutiges Tagesziel, Hannover kommt in Sicht. Sieht aus wie ein Schloss, ist aber das Rathaus von Hannover. Am Maschsee vorbei fahre ich zu meiner Unterkunft. So richtig Ruhe, mir die Stadt anzuschauen, habe ich kurz vor dem Ziel nicht. Und so überlege ich, abends noch einmal in die Stadt zu fahren. Wenig später sitze ich der Travelodge bei einem Kaltgetränk, als mehrere Bleche mit Erdbeertorte zum kostenlosen Verzehr gereicht werden. So könnte es immer sein.

7.Etappe: 24.09.2013 Hannover-Alfeld

In der Jugendherberge sind, im Gegensatz zum gestrigen Morgen, heute Hunderte .

Ernst August ist leider nicht zu Hause, ob er mich wohl empfangen hätte? Dann muss ein Blick auf Schloss Marienburg in Pattensen für heute genügen.

Nicht die Lampe ist schief, sondern der Turm. In Gronau treffe ich auf einen Radfahrer, der hier an der Leine unterwegs ist und komme schnell mit ihm ins Gespräch. Wir beschließen, die nächsten Kilometer gemeinsam zu radeln. Als sich unsere Wege nach circa 20 Kilometern trennen, gibt er mir für jeden der noch folgenden Tage einen Apfel als Wegzehrung mit.

Heute habe ich Besuch. Fast zeitgleich ist ein befreundetes Ehepaar mit mir in Alfeld angekommen. Schnell werden die Zimmer bezogen, um im Anschluss in die Altstadt gehen zu können. Die Beiden sind extra angereist, um mit mir einen gemeinsamen Abend zu verbringen.

Das Faguswerk, von Walter Gropius entworfen, gehört zum UNESCO- Weltkulturerbe. Hier werden auch heute noch Schuhleisten hergestellt. Bereits 1911 erbaut, wirkt es auch nach über 100 Jahren zeitlos modern. Ich frage an der Pforte nach, ob ich mich ein wenig umschauen darf. „Selbstverständlich“, wird mir geantwortet. Und so drehe ich eine Runde über das weitläufige Werksgelände.

8.Etappe: 25.09.2013 Alfeld-Göttingen

Schön war es gestern Abend, wir haben lange beieinandergesessen und erzählt. Doch nach dem gemeinsamen Frühstück heißt es schon wieder Abschiednehmen.

Das Luhetal-Viadukt in Greene steht seit weit über 150 Jahren und wird noch heute als Eisenbahnbrücke benutzt.

Am Hungerbrunnen konnte ich meinen Durst stillen.

Die Ruine der Heldenburg.

Die Saline von Salzderhelden bei Einbeck.

Sie haben Post. Gerade stehe ich in meiner heutigen Unterkunft unter der Dusche, als es an der Zimmertüre klopft und mir die Wirtin einen Brief übergibt, der schon ein paar Tage auf mich wartet. Was für eine tolle Überraschung: ein ganz lieber Gruß aus der Heimat. Den heutigen Abend verbringe ich im Kreise meiner Kinder, die hier ganz in der Nähe wohnen.

9.Etappe: 26.09.2013 Göttingen-Wagenfurth

Am frühen Morgen geht es auf einer stillgelegten Bahntrasse hinein in das Schedetal. Schon bald ist Hann Münden erreicht. Ich fahre über den noch menschenleeren Marktplatz in Richtung Weserstein.

Weserstein und Eisenbart.

Halbzeit! Hier zwischen Bonafurt und Wilhelmshausen habe ich inzwischen stolze 700 Kilometer zurückgelegt. Um es gebührend zu dokumentieren, habe ich extra ein Stück Kreide mitgebracht.

Entlang der Fulda geht es nun in Richtung Kassel. Diese Strecke bin ich schon oft geradelt.

Am Fuldaufer steht die Spitzhacke, ein Kunstwerk, dass Cleas Oldenburg in 1982 zur dokumenta7 geschaffen hat.

Die Orangerie.

Ein seltener Besucher taucht vor meinem Rad auf, eine Blindschleiche. Vorbei an Kloster Breitenau geht es nun in Richtung Wagenfurt.

Herrlich, einer der für mich schönsten Abschnitte meiner Reise durch Deutschland. An der Fulda das Stück zwischen Büchenwerra und Wagenfurth.

Der Landgasthof im Fuldatal ist mein heutiges Tagesziel in Wagenfurt, das Lokal ist gut besucht. An mehreren Tischen sitzen die Gäste, später alle in fröhlicher Runde an einem Tisch. Jeder möchte wissen, was ich schon alles gesehen habe und wo die Reise noch hinführt. Die Zeit verrinnt und es wird bis spät in den Abend hinein gefachsimpelt.

10. Etappe: 27.09.2013 Wagenfurth- Fulda

Von Wagenfurth nach Melsungen ist es am frühen Morgen nicht weit und ich habe noch etwas Zeit, bis ich mich mit meinem heutigen Mitradler treffe.

Am Anleger der Fuldanixe, ein Floss dass man für Ausfahrten mieten kann, will ich mich mit meiner heutigen Reisebegleitung treffen. Wir hatten den Treffpunkt schon vor Beginn der Reise festgelegt.

In Beiseförth heißt es kurbeln, gondelartig kann hier die Fulda im Handkurbelbetrieb überquert werden. Am gegenüberliegenden Ufer warten bereits zwei Radler auf uns, die beiden sind von München nach Paderborn unterwegs.

Alheim, mit dem Alheimer Schlachtschiff, einen Cafe am Ufer der Fulda.

Heimatnah, wenn ich hier abbiege. Und schon habe ich den Gedanken wieder verworfen.

Im Biergarten „Zur weißen Dame“ in Sorga genieße ich meine wohlverdiente Rast.

Die Etappe war lang und ich bin froh, in Fulda angekommen zu sein. Doch bevor ich mich auf den Weg zu meinem Quartier mache, genieße ich noch die Abendstimmung vor dem Dom und der Martinskirche.

11.Etappe: 28.09.2013 Fulda- Gemünden am Main

Die Wiesen-Mühle, meine heutige Herberge, ist hoffnungslos ausgebucht. Jedoch ist ein kleines Mansardenzimmer für mich vorab reserviert worden.

Ich bin unterwegs im Sinntal. Der von mir im Vorfeld sozusagen als Zustreckweg zum Main angedachte Radweg ist mir absolut unbekannt, entpuppte sich jedoch als waren Kleinod. Zwar geht es immer auf und ab, ist aber landschaftlich wunderschön.

Die herrlichen Herbszeitlosen.

Burg Schwarzenfels.

„Hossa, wir sind auf den Weg nach Jossa“! So lautet der Spruch meiner beiden Reisebegleitungen, die mich vorab am Telefon über unseren heutigen Treffpunkt am Bahnhof in Jossa informieren. Denn von dort wollen wir heute gemeinsam nach Gemünden am Main radeln.

Nun ist es nicht mehr bis nach Gemünden und wir genießen den herrlichen Herbstnachmittag entlang der Sinn.

Gemünden am Main. Hier fließt die Sinn in die Fränkische Saale und diese in den Main.

Altstadtbesuch in Gemünden.

12.Etappe: 29.09.2013 Gemünden am Main-Tauberbischofsheim

Fliegender Wechsel am Morgen. Gerade habe ich mich von meinen gestrigen Reisebegleitungen verabschiedet, da kommen die Nächsten angereist und wollen ein Stück des Weges mit mir entlang dem Main radeln.

Veitshöchsheim mit seinem Schloss und Park sind uns ein willkommener Rastplatz.

Würzburg auf der alten Mainbrücke.

Nach Verabschiedung der Mitradler mache ich mich auf den Weg in Richtung Taubertal. Doch zuvor gilt es den steilsten Berg auf meiner Reise zu überwinden. Ein mich überholender Rennradler ruft mit aufmunternd zu, dass es nur noch wenige Meter bis zur Anhöhe sind. Prima, denn wenn ich aufhöre zu treten, falle ich einfach um.

Ich fahre gerade auf den Marktplatz von Tauberbischofsheim und sehe, dass gerade ein mir bekanntes Auto entladen wird. Ich grüße freundlich und frage, ob man denn schon auf mich gewartet hat. Nein, wir sind auch gerade angekommen. Es geht halt nichts über gutes Timing.

Im Grünen Baum sitzen wir später zum Essen und klönen beisammen. Die drei vorhin Angereisten möchten aus erster Hand erfahren, wie es mir in den vergangenen Tagen so ergangen ist. Da im Lokal noch weitere Reiseradler anwesend sind, wird der Abend recht kurzweilig und die Zeit verrinnt wie im Fluge.

13.Etappe: 30.09.2013 Tauberbischofsheim-Diebach

Ab heute sind wir zu viert, drei Freunde wollen mich ab hier begleiten.

Kaum losgefahren und schon gibt es etwas zu feiern: 1000 Kilometer der Reise liegen nun hinter mir. Es ist kaum zu glauben, wie weit ich gekommen bin. Bei einer Runde Sekt, der vorsorglich mitgeführt wurde, stoßen wir gemeinsam auf die erreichte Strecke an.

Rotenburg ob der Tauber kommt in Sicht. Nur noch ein Anstieg liegt vor uns, bis wir in das mittelalterliche Flair der Stadt eintauchen.

In der Altstadt von Rotenburg ist recht viel los.

In Buckels Vesperstube wird uns mächtig aufgetischt, dampfendes Rotkraut, Klöße und deftige Fleischwaren lassen uns schnell die Tagesmühen vergessen. Wo gut gegessen wird, kann man auch gut schlafen. In meinen Zimmer finde ich auf dem Bett einen Zettel, auf dem steht: Bitte nur diese Bettseite benutzen.

14.Etappe: 01.10.2013 Diebach-Unterschneidheim-Zipplingen

Es gibt noch so viele Wege, die erradelt werden können.

Dinkelsbühl ist ein weiters Kleinod auf unserer Reise. Die Mittagspause in der Sonne auf dem Markplatz haben wir uns redlich verdient.

Wegmarke der via Claudia Augusta, der alten Römerstraße, der ich nun bis zu den Bergen folge.

An unserem letzten gemeinsamen Abend fahren wir noch nach Nördlingen zum Kirchenwirt und lassen die gemeinsamen Tage in geselliger Runde ausklingen.

15.Etappe: 02.10.2013 Zipplingen-Donauwörth

Ein windiger Tag im Nördlinger Ries steht mir bevor.

Das Nördlinger Ries ist eine flache Ebene, die nach einem Meteoriteneinschlag vor vielen Millionen Jahren entstanden ist. Hier müsste ich ja gut voran kommen, leider kommt aber der Wind kräftig von vorn.

Ich verlasse das Ries und folge der Wörnitz, einem Nebenfluss der Donau, bis nach Harburg in Schwaben.

Harburg in Schwaben mit der gleichnamigen Burg. Da ich gut in der Zeit bin, fahre ich bis zur Burg hinauf.

Ich bin zeitig in Donauwörth angekommen. Bis zur Ankunft der neuen Mitradler habe ich noch ein wenig Zeit und schaue mir die Stadt etwas genauer an.

Pünktlich bin ich am verabredeten Punkt am Bahnhof angekommen und schaue den neu angekommenen „neuen “ Mitradlern entgegen. Zwei Kollegen wollen gemeinsam mit mir die noch verbleibenden Etappen radeln. Zu unserer heutigen Unterkunft sind es nur noch wenige Kilometer und wir machen uns gleich auf den Weg. Zu meiner Überraschung ist auch hier schon Post für mich angekommen.

16.Etappe: 03.10.2013 Donauwörth-Königsbrunn

Es ist kalt heute morgen. Die neuen Mitradler haben am Anfang ganz schön losgelegt und es hat ein wenig gedauert, bis wir einen gemeinsame Fahrrhythmus gefunden haben. Doch nach nun mehr als 1200 Kilometern auf dem Rad ist das auch kein Problem.

Wir radeln nun Kilometerlang entlang der Lech und genießen immer wieder die herrliche Flusslandschaft.

Als wir gegen Mittag in der Fuggerstadt Augsburg ankommen, haben wir noch reichlich Zeit um die Stadt ausgiebig zu erkunden.

Am Marktplatz genießen wir die herrliche Sonne.

Bei einem Besuch der Fuggerei, der ältesten Sozialsiedlung der Welt, begegnet uns eine Reisegruppe aus meiner Heimatgemeinde.

Nach reichlich 3 Stunden haben wir genug vom städtischen Trubel um machen uns zum heutigen Tagesziel in Königsbrunn auf.

17.Etappe: 04.10.2013 Königsbrunn-Peiting

Auch heute führt uns die Route entlang des Lech in Richtung Landsberg.

Am Stadttor von Landsberg am Lech ereilt mich der zweite Plattfuß auf der Reise. Doch das Leck ist schnell gefunden und abgedichtet und so steht nichts einer Erkundung der Landsberger Innenstadt entgegen. Leider ist mit gestern die Sonnenbrille abhandengekommen, so dass ich hier eine neue erstehen muss.

Auch hier auf den Marktplatz lassen wir es uns nun noch einmal so richtig gut gehen.

Die Alpen komme in Sicht. Nach mehr als zwei Wochen auf dem Rad ist es schon ein erhabenes Gefühl, plötzlich hinter einer Kurve die Alpen in der Ferne auftauchen zu sehen.

Angekommen Im Pfaffenwinkel, so nennt sich die Gegend, in der wir heute unsere Übernachtungsgelegenheit haben.

18.Etappe 05.10.2013 Peiting-Füssen

Es regnet und zwar ausgiebig. Die letzte Etappe hatten wir uns ein wenig anders vorgestellt.

Wir warten noch eine Stunde, machen uns dann gut eigepackt auf den Weg. Entlang der Lech fahren wir auf wolkenverhangenen Wegen in die Region Steingarten.

Im Regen erreichen wir die Wallfahrtskirche zum gegeißelten Heiland auf der Wies, kurz Wieskirch genannt. Zeitgleich mit uns kommt eine Busladung mit Touristen an. Misstrauisch werden wir beäugt, ob diese verdreckten und vermummten Gestalten auch die Kirche besichtigen wollen? Wollen wir auch, denn wir sind ja schließlich extra angereist.

Besichtigungen macht ja bekanntlich hungrig und so steuern wir die Trauchgauer Almstube bei Halblech an. Pünktlich zur Einkehr hört es auf zu regnen und wir können uns aus den Regeklamotten schälen. Gut gestärkt soll es nun auf die letzte Etappe in Richtung Füssen gehen. Als wir aufbrechen wollen, beginnt es wieder zu regnen . Es war ja auch nicht anders zu erwarten.

Wir haben den Königswinkel mit den Schwangauer Schlössern erreicht. So kurz vor dem Ziel möchte man einfach weiterfahren. Für ein paar Schnappschüsse nehmen wir uns aber noch ein bissen Zeit. Hoffen auf eine Wolkenlücke um vielleicht das ein oder andere sehenswerte Foto zu machen.

Neuschwanstein.

Am Lechfall

Die Innenstadt von Füssen ist erreicht und die letzten Meter meine langen Reise liegen vor mir. Wir werden bereits am Stadtbrunnen erwartet. In meiner Euphorie bemerke ich gar nicht, dass wir mitten in der Fußgängerzone sind. Die Mitradler bleiben zurück, um mir den Moment der Zielankunft zu überlassen (danke euch auch dafür). Eine illustrere kleine Schar hat sich eingefunden und wir werden überschwänglich empfangen. Noch heute, wo ich diese Zeilen niederschreibe, kann ich dieses ergreifende Gefühl nicht richtig beschreiben.

Eine wunderschöne Reise hat hier und heute ihren Abschluss gefunden mit Erlebnissen, die man für Geld nicht kaufen kann. Es ist schön, Freunde zu haben. Schließlich und endlich sind es 1420 Kilometer geworden, die ich durch Deutschland geradelt bin.

Danke an alle, die mich, in welcher Form auch immer, begleitet haben.